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Wolf Biermann
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Karl Wolf Biermann (* 15. November 1936 in Hamburg) ist ein deutscher Liedermacher und Lyriker. Sein erster Gedichtband Die Drahtharfe gehört zu den erfolgreichsten Lyriksammlungen der deutschen Nachkriegsliteratur.

1953 siedelte Wolf Biermann als kommunistischer Jugendlicher in die DDR ĂŒber. Mit der Zeit wandelte er sich zu einem scharfen Kritiker der SED und der DDR, weswegen 1965 gegen ihn ein Auftritts- und Publikationsverbot verhĂ€ngt wurde. 1976 wurde ihm nach einem Konzert in Köln die Wiedereinreise in die DDR verweigert und er wurde ausgebĂŒrgert. Dies fĂŒhrte in Ost- und Westdeutschland zu breiten Protesten und gilt vielen als Menetekel fĂŒr das Ende der DDR.

Wolf Biermann engagierte sich danach in der Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung der Bundesrepublik, distanzierte sich in den folgenden Jahren aber vom Kommunismus, spĂ€ter auch von seinen sozialistischen Positionen. In der Bundesrepublik ist er weiterhin kĂŒnstlerisch tĂ€tig und bringt sich in politische Debatten ein.

Contents

‱ Israel
‱ Rezeption
‱ Werke
‱ Monografien
‱ Einzeltexte
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Kindheit und Jugend in Hamburg 1937–1953

Wolf Biermann ist der Sohn von Emma und Dagobert Biermann. Der Vater war Jude, KPD-Mitglied und Arbeiter bei der Hamburger Werft Blohm + Voss und kĂ€mpfte gegen den Nationalsozialismus. Er wurde im Februar 1943 im KZ Auschwitz ermordet. Im Juli 1943 wurde das Wohnhaus der Familie in der Schwabenstraße in Hamburg-Hammerbrook durch einen Luftangriff zerstört. Die Mutter rettete sich mit dem Sohn Wolf durch einen Sprung in den Nordkanal. Danach wohnten sie mit der Oma Meume und einem Cousin in der Fritz-Schumacher-Siedlung in Hamburg-Langenhorn.cite-ref-1[1] Über 30 Familienmitglieder wurden im Zweiten Weltkrieg getötet.cite-ref-2[2]

Wolf Biermann besuchte die Heinrich-Hertz-Schule in Hamburg-Winterhude und war dort Klassenkamerad von Klaus-Michael KĂŒhne.cite-ref-abendblatt-article121892583-3-0[3] 1948 wurde der 11-JĂ€hrige Mitglied der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken.cite-ref-4[4] Zu Pfingsten 1950 nahm er am 1. Deutschlandtreffen der Jugend in Ost-Berlin als Sprecher von 800 westdeutschen ThĂ€lmann-Pionieren teil und sprach ein Gelöbnis zur Einheit Deutschlands „Wir kennen keine Zonengrenzen. Wir kennen nur ein Deutschland mit der Hauptstadt Berlin“.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]

Leben in der DDR 1953–1976

Erste Jahre in der DDR 1953–1965

Im Mai 1953 siedelte Wolf Biermann als SechzehnjĂ€hriger in die DDR ĂŒber.cite-ref-jugendop-280611-7-0[7] Er wohnte in Gadebusch bei Schwerin in einem Schulinternat und besuchte die dortige Oberschule. Wolf Biermann wurde Mitglied der FDJ und wurde nach eigenen Angaben bereits 1953 vom Ministerium fĂŒr Staatssicherheit (MfS) als Geheimer Informator (GI) angeworben, was er aber verweigerte.cite-ref-8[8] 1955 legte er das Abitur ab.

Seit diesem Jahr studierte Wolf Biermann in Ost-Berlin Politische Ökonomie an der Humboldt-UniversitĂ€t, brach dies aber nach zwei Jahren ab. Seit 1957 war er Regieassistent am Berliner Ensemble unter Helene Weigel und dort an mehreren Inszenierungen beteiligt. 1959 begann er ein Studium der Philosophie (unter anderem bei Wolfgang Heise) und der Mathematik an der Humboldt-UniversitĂ€t.cite-ref-jugendop-280611-7-1[7]

1960 lernte Wolf Biermann den Komponisten Hanns Eisler kennen, der ihn danach förderte und maßgeblich prĂ€gte. Er begann, eigene Gedichte und Lieder zu schreiben. 1961 wurde er Kandidat der SED und grĂŒndete das Berliner Arbeiter- und Studententheater (b.a.t.) in Berlin-Prenzlauer Berg mit weiteren jungen KĂŒnstlern.cite-ref-9[9] SpĂ€testens seit 1962 trat Wolf Biermann bei kleineren Veranstaltungen mit einigen Liedern auf.cite-ref-10[10] In diesem Jahr erschienen auch erstmals einige Gedichte in einer Anthologie. Am 11. Dezember 1962 sang er bei dem legendĂ€ren Lyrikabend in der Akademie der KĂŒnste und erhielt dort den meisten Beifall von allen Beteiligten.

Im MĂ€rz 1963 wurde sein StĂŒck Berliner Brautgang (ĂŒber den Berliner Mauerbau) am b.a.t. vor der AuffĂŒhrung verboten und das Theater geschlossen.cite-ref-11[11] Wolf Biermann erhielt ein befristetes Auftrittsverbot fĂŒr ein halbes Jahr. Er bekam fĂŒr sein Philosophie-Studium trotz erfolgreich verteidigter AbschlussprĂŒfung kein Diplom ausgehĂ€ndigt.cite-ref-12[12] Außerdem wurde er nach Ablauf seiner Kandidatenzeit nicht als Mitglied der SED aufgenommen.cite-ref-spon-447688-13-0[13]

Danach durfte Wolf Biermann wieder öffentlich auftreten. 1964 hatte er seinen ersten Gastspielauftritt in der Bundesrepublik. Im April 1965 sang er in einem Kabarett-Programm von Wolfgang Neuss in Frankfurt am Main einige Lieder, die dann zusammen mit Texten von Neuss als Langspielplatte veröffentlicht wurden.cite-ref-14[14] Unter anderem trug Wolf Biermann Teile von Deutschland ein WintermĂ€rchen vor, dessen erstes Kapitel Wolfgang Neuss bereits am 8. Mai 1965 in seiner satirischen Zeitschrift „Neuss-Deutschland“ veröffentlicht hatte.cite-ref-15[15] RĂŒckblickend meinte Wolf Biermann dazu: „Das war die KriegserklĂ€rung an die Herrschenden. Und damit war im Grunde auch Schluss.“cite-ref-16[16]

Margot Feist (spĂ€ter verheiratete Honecker) lebte nach dem Tod ihrer Mutter 1940 als 13-jĂ€hrige einige Zeit in Hamburg bei der Tante und der Großmutter von Wolf Biermann.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18] Sie erzĂ€hlte, dass sie den sechsjĂ€hrigen Wolf Biermann nur einmal 1943 erlebt habe, als er vom Tod seines Vaters im KZ Auschwitz erfahren habe.cite-ref-19[19] Nach Darstellung Biermanns bat seine Mutter die „Genossin Honecker“ 1963 in einem Brief, sich um ihren Sohn zu kĂŒmmern, damit dieser „nicht falsche Wege“ mit „falschen Freunden“ gehe. Bei einem GesprĂ€ch im Ministerium Unter den Linden hĂ€tten Biermann und Margot Honecker ĂŒber politische Fragen diskutiert, etwa, ob Chruschtschows „mutiger Versuch“, sich vom Stalinismus zu lösen, richtig sei. Man habe einander geduldig zugehört und „ohne Falsch“ gesprochen.cite-ref-20[20]

Wie Biermann weiter in seiner Autobiografie schreibt, kam es 1965 auch zu einer Begegnung in seiner Wohnung in der Chausseestraße, bei der er mit ihr „Tacheles“ reden wollte. Sie habe lange auf ihn eingeredet, an sein Klassenbewusstsein appelliert und Pflichten gegenĂŒber seinem Vater angemahnt. Wenn er „den richtigen Weg“ gehe, könne er der „grĂ¶ĂŸte Dichter“ der DDR werden.cite-ref-21[21] Das letzte Treffen, bei dem Margot Honecker noch einmal auf ihn eingeredet habe, sich nicht von der DDR zu entfernen, habe Anfang Dezember 1965, also kurz vor dem berĂŒchtigten 11. Plenum des ZK der SED, stattgefunden.cite-ref-22[22]

Auftrittsverbot 1965–1976

In den elf Jahren, in denen Wolf Biermann in der DDR nichts veröffentlichen konnte, erschienen seine Werke in der Bundesrepublik Deutschland, wo er vor allem als Kritiker der DDR wahrgenommen wurde. Biermann war den DDR-Behörden seit langer Zeit ein Ärgernis, da er sich auf die Traditionen des Marxismus bezog, um die bestehenden VerhĂ€ltnisse im eigenen Land zu kritisieren. Er wandte sich gegen Untertanengeist und staatliche Bestrebungen, die Freiheiten der BĂŒrger einzuschrĂ€nken. Immer wieder bezog er sich dabei auf sein Idol Rosa Luxemburg („Die DDR braucht endlich – und wie! – / Rosas ‚rote Demokratie‘“).cite-ref-23[23]

1965 veröffentlichte er seinen ersten Lyrikband Die Drahtharfe im West-Berliner Verlag Klaus Wagenbach. Darin kritisierte er offen und sehr polemisch die Verantwortlichen und die ZustĂ€nde in der DDR. Die sinnliche Natur- und Liebeslyrik der Sammlung lĂ€sst Biermanns Vorbilder François Villon und Bertolt Brecht erkennen. Sie avancierte zu einem der erfolgreichsten LyrikbĂ€nde der deutschen Nachkriegsliteratur.cite-ref-24[24] Seine offene und polemische Kritik an den Verantwortlichen fĂŒr die ZustĂ€nde in der DDR fĂŒhrte zu heftigen Gegenreaktionen. Gegen Wolf Biermann wurde in Zeitungen und Zeitschriften eine wochenlange Kampagne gefĂŒhrt, in der er beschimpft wurde. Im SED-Zentralorgan Neues Deutschland erschien gegen ihn der Artikel Der nichts so fĂŒrchtet wie Verantwortung von Klaus Höpcke, der zu „mehr Angriffsgeist gegen Positionen ideologischer Koexistenz“ aufforderte.cite-ref-25[25]

Auf dem 11. Plenum des ZK der SED Ende des Jahres wurde dann ein totales Auftritts- und Publikationsverbot gegen ihn verhĂ€ngt. Auch gegen Schriftsteller wie Stefan Heym, GĂŒnter Kunert, Manfred Bieler, Werner BrĂ€unig, Heiner MĂŒller sowie den Naturwissenschaftler Robert Havemann wurde vorgegangen.cite-ref-26[26] Man warf Biermann, Stefan Heym und Heiner MĂŒller „Skeptizismus“ und „spießbĂŒrgerliches, anarchistisches Verhalten“ vor.cite-ref-27[27] Erich Honecker, Berichterstatter der Sitzung, bezeichnete die DDR als „saubere(n) Staat“, in dem es „unverrĂŒckbare MaßstĂ€be der Ethik und Moral, fĂŒr Anstand und gute Sitte“ gebe, und hielt den kritisierten Schriftstellern „liberalistische“ und pornographische Neigungen vor.cite-ref-28[28]

Autoren wie Jean AmĂ©ry, Heinrich Böll, Siegfried Unseld, Klaus Wagenbach und Peter Weiss kritisierten die Maßnahmen. Hans Werner Richter lud Wolf Biermann im April 1966 zu einer Tagung der Gruppe 47 in Princeton ein, und Marcel Reich-Ranicki schrieb seinen ersten Artikel ĂŒber ihn.cite-ref-29[29] Wolf Biermann empfand die Diffamierungskampagne auch deswegen als kafkaesk, weil die verrissenen Texte in der DDR gar nicht gelesen werden konnten.cite-ref-30[30]

Das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit (MfS) eröffnete den Operativen Vorgang (OV) „Lyrik“ gegen ihn und entwickelte einen 20-Punkte-Plan zur „Zersetzung“ seiner Person.cite-ref-31[31]cite-ref-wolf-biermann-2016-32-0[32] In den nĂ€chsten Jahren wurde er weitgehend isoliert.cite-ref-33[33] 1967 (und 1969?) gelang es Wolf Biermann, bei zwei Veranstaltungen in Weimar dennoch aufzutreten.cite-ref-34[34]

Biermann machte aus seinem Wunsch nach VerĂ€nderung, Demokratisierung und Entstalinisierung keinen Hehl und zeigte in dem Gedicht In Prag ist Pariser Kommune offene Sympathien fĂŒr den Prager FrĂŒhling („Die Revolution macht sie wieder frei / Marx selber und Lenin und Rosa und Trotzki / stehen den Kommunisten bei“).cite-ref-35[35] Wie seine Hetzlieder gegen den Krieg und Lobpreisungen des Friedens bezeugen, lehnte er die kapitalistischen VerhĂ€ltnisse der Bundesrepublik weiter ab. Die Lieder wurden in den Sammelband Mit Marx- und Engelszungen aufgenommen, in dem sich auch sein bekanntes Gedicht Ermutigung befindet. In dem bereits 1964 entstandenen Text Deutschland ein WintermĂ€rchen prangerte er die Relikte des preußischen Staatsdenkens in der DDR an und beschwor die Tradition der Arbeiterbewegung in Deutschland.cite-ref-36[36]

1968 erschien seine erste eigene Langspielplatte Chausseestraße 131. Die Aufnahmen entstanden in seiner Wohnung mit Hilfe eines aus dem Westen geschmuggelten Grundig-TonbandgerĂ€ts sowie eines Sennheiser-Mikrofons. Dieses fing durch seine Kugelcharakteristik auch noch die GerĂ€usche der vorbeifahrenden Straßenbahn ein.cite-ref-37[37] Die Platte wurde im Westen veröffentlicht. DafĂŒr erhielt er 1969 den Fontane-Preis der Stadt Berlin (West). Bei der Verleihung erklĂ€rte er, dass er den Preis an die Außerparlamentarische Opposition weitergebe, ebenso wie Peter Schneider, was fĂŒr erhebliche Aufmerksamkeit sorgte. Er „stiftete“ die 10.000 DM des Preisgeldes den „politischen Verfolgten“, die der Anwalt Horst Mahler vertrat.cite-ref-38[38] In der DDR kursierten zahlreiche Kopien von Liedern und Liedtexten von Wolf Biermann, was strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen konnte.cite-ref-39[39]

1971 wurde Wolf Biermann zur AuffĂŒhrung seines StĂŒckes Der Dra-Dra nach Göteborg in Schweden eingeladen. Der Minister fĂŒr Staatssicherheit und weitere Verantwortliche planten, ihm danach die Wiedereinreise in die DDR zu verweigern und ihm die StaatsbĂŒrgerschaft der DDR zu entziehen.cite-ref-40[40] Wolf Biermann verzichtete auf die Reise.

1973 durfte er zu seiner kranken Oma Meume nach Hamburg fahren.cite-ref-41[41] Er nutzte die Möglichkeit und nahm seine erste Schallplatte in einem westdeutschen Tonstudio in Frankfurt am Main auf.cite-ref-42[42] In diesem Jahr reiste er auch nach Moskau. Da er bereits als gefĂ€hrlicher „Abweichler“ galt, wollte er die Reise nicht als KĂŒnstler antreten und schloss sich einer offiziellen Reisegruppe an, die das „sozialistische Bruderland“ besuchen durfte. Die spĂ€teren Aktenfunde zeigen, dass die Stasi ihn auch hier im Blick hatte und nichts gegen den Ausflug unternehmen wollte: Nach dem Strafgesetzbuch der DDR konnte nicht nur „staatsfeindliche Hetze“ gegen die eigene „Staats- oder Gesellschaftsordnung“, sondern auch ein „Staatsverbrechen“ gegen „ein anderes sozialistisches Land“ bestraft werden.cite-ref-43[43]

1974 wurde Wolf Biermann die Reise zum Empfang des Jacques-Offenbach-Preises der Stadt Köln verwehrt, ihm aber dafĂŒr das Angebot gemacht, auf die StaatsbĂŒrgerschaft der DDR zu verzichten, was er ablehnte.cite-ref-44[44]

Am 11. September 1976 konnte Wolf Biermann beim UckermĂ€rkischen Kirchentag in der Nikolaikirche in Prenzlau auftreten, da der verantwortliche Jugendpfarrer davon niemanden vorher informiert hatte.cite-ref-45[45] Die Staatssicherheit war davon ĂŒberrascht und fertigte Protokolle an.cite-ref-46[46] Er erklĂ€rte danach in einem Rundfunkinterview, dass er in der DDR bleiben wolle.cite-ref-47[47]

Leben in der Bundesrepublik 1976–1989

AusbĂŒrgerung aus der DDR

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Hauptartikel

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AusbĂŒrgerung Wolf Biermanns

Die AusbĂŒrgerung Biermanns im Jahr 1976 war ein einschneidendes Erlebnis fĂŒr die KĂŒnstler- und Dissidenten-Szene der DDR. Biermann war auf Einladung der IG Metall auf einer Konzertreise.cite-ref-48[48] Das erste Konzert fand, vom WDR live ĂŒbertragen, am 13. November 1976 in der Kölner Sporthalle statt. Es war der Auslöser fĂŒr die AusbĂŒrgerung „wegen grober Verletzung der staatsbĂŒrgerlichen Pflichten“ auf Beschluss des SED-PolitbĂŒros. Ihn meldete am Nachmittag des 16. November die DDR-Nachrichtenagentur ADN.cite-ref-49[49] Als am 17. November die DDR-Presse ihn mit zustimmenden Kommentaren veröffentlichte, verfassten noch am gleichen Tag mehrere prominente DDR-Schriftsteller eine Protestresolution, der sich etwa 100 weitere Personen anschlossen. Weil die DDR-Presse den Protest nicht entgegennahm, sorgten sie fĂŒr seine Bekanntgabe durch westliche Medien. In dieser Zeit sendete die ARD am 19. November 1976 das Konzert in voller LĂ€nge ab 22.05 Uhr, so hörten viele DDR-BĂŒrger zum ersten Mal Biermanns Lieder.

Zahlreiche Proteste gab es auch in der Bundesrepublik. In Marburg unterzeichneten gleichzeitig mehrere Dutzend DKP-Mitglieder eine ProtesterklÀrung.

Vielfach wurde Biermanns AusbĂŒrgerung als Menetekel und „Anfang vom Ende der DDR“ bewertet.cite-ref-50[50] So sah etwa Jurek Becker einen Zusammenhang zwischen der AusbĂŒrgerung Biermanns und dem Ende der DDR.cite-ref-51[51]

NĂ€chste Jahre

Wolf Biermann lebte in den ersten Wochen nach der AusbĂŒrgerung bei Bekannten, wie Jakob Moneta, Heinrich Böll und GĂŒnter Wallraff. Dann kaufte er ein Haus in Hamburg am Hohenzollernring, in das er mit seiner Frau Christine und dem Sohn, sowie mit Eva-Maria Hagen und deren Tochter Nina Hagen und Sibylle Havemann und deren Sohn zog.cite-ref-52[52]

Wolf Biermann versuchte sich in der neuen ungewohnten Situation zurechtzufinden und wurde dabei von Freunden wie GĂŒnter Wallraff unterstĂŒtzt. Dieser empfahl ihm den linken Musikproduzenten Diether Dehm als Manager. Der war aber seit mehreren Jahren Inoffizieller Mitarbeiter des MfS, wie auch seine Frau.cite-ref-53[53] Er verfasste in der folgenden Zeit Berichte ĂŒber Wolf Biermann, beendete dieses aber Ende 1978.cite-ref-54[54]cite-ref-spiegel-1996-18-ehrenwerter-55-0[55]cite-ref-focus-161131-56-0[56] Ihre gemeinsame Zusammenarbeit dauerte etwa zehn Jahre.cite-ref-57[57]

Wolf Biermann trat der Kommunistischen Partei Spaniens (PCE) in der Exilgruppe Hamburg bei, da er nicht zur SED-nahen DKP wollte.cite-ref-58[58] Dies war ungewöhnlich, da sie eigentlich fĂŒr spanische Gastarbeiter organisiert war. In den folgenden Jahren wandte er sich aber vom Kommunismus ab.

Wolf Biermann schrieb in den nĂ€chsten Jahren zahlreiche neue Lieder, beteiligte sich an der Friedensbewegung, engagierte sich gegen die Planung der Anlagen fĂŒr die Lagerung von AtommĂŒll in Gorleben (Lied Gorleben soll leben...), gab zahlreiche Konzerte und veröffentlichte Schallplatten und CDs. In seinen Liedern kritisierte er weiter die SED-Parteidiktatur in der DDR und mischte sich mit Reden und AufsĂ€tzen in tagespolitische Fragen der Bundesrepublik ein.cite-ref-59[59]

Im April 1982 konnte Wolf Biermann nach einem persönlichen Brief an Erich Honecker noch einmal in die DDR fahren, um seinen todkranken Freund Robert Havemann in GrĂŒnheide zu besuchen. Dabei wurde er von einem großen Aufgebot der Volkspolizei und der Staatssicherheit wĂ€hrend seines gesamten Aufenthalts begleitet. Im Oktober 1989 erhielt er keine Einreiseerlaubnis in die DDR, um an der großen Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November sprechen zu können.cite-ref-60[60] Erst am 1. Dezember 1989 durfte Biermann bei einem Konzert in den Leipziger Messehallen erstmals wieder in der DDR auftreten. Das Konzert wurde im bundesdeutschen und im DDR-Fernsehen live ĂŒbertragen.

Leben in Deutschland seit 1990

Seit 1990 engagierte sich Wolf Biermann auch in der DDR und war bei der Besetzung der Stasi-Zentrale in Berlin im Januar beteiligt. Er wies auf MfS-TĂ€tigkeiten einiger DDR-Schriftsteller hin, so auf „Sascha Arschloch“ (Sascha Anderson).cite-ref-61[61]

1992 erhielt er Einsicht in die Akten ĂŒber ihn im operativen Vorgang (OV) „Lyriker“. Darin habe er „beim ersten Überfliegen der rund fĂŒnfzigtausend Seiten an die siebzig verschiedene Spitzel“ gefunden. „Permanente Leibspitzel, die mein Leben in allen Details ausspionierten, die mich im Osten intensiv, aber spĂ€ter dann auch im Westen betreuten, gab es an die fĂŒnfzehn.“ Inzwischen hĂ€tten „die Mitarbeiter der BStU [
] weit ĂŒber zweihundert Spitzel gefunden, die gelegentlich Berichte fĂŒr meinen zentralen Operativen Vorgang (ZOV ‚Lyriker‘) beigesteuert haben.“ „Die meisten dieser IMs, das versteht sich, kreuzten zufĂ€llig meinen Weg, berichteten anschließend aber gewissenhaft ihrem FĂŒhrungsoffizier.“cite-ref-62[62]

Bei einem Konzert im Wiener Burgtheater zitierte Biermann aus den Transkripten der TonbĂ€nder, die das MfS in seiner Wohnung aufgenommen hatte. Unter anderem las er eine Stelle vor, die die GerĂ€usche beim Geschlechtsverkehr mit seiner damaligen LebensgefĂ€hrtin Eva-Maria Hagen schildert.cite-ref-63[63] Der Übersetzer Harry Rowohlt zitierte die Passage spĂ€ter ungenau mit den Worten: „BeischlafgerĂ€usche. Danach Ruhe im Objekt.“cite-ref-64[64]

Abkehr vom Kommunismus

Nachdem Biermann zunĂ€chst an eine Reform des Sozialismus geglaubt hatte („So oder so, die Erde wird rot“), gab er ihm nach dessen Scheitern in der DDR keine Chance mehr. Auch eine Kritik am Stalinismus könne nicht zu einem wahren Kommunismus fĂŒhren. In seinem Essayband Über Deutschland Unter Deutschen (2002) schrieb er ĂŒber sein großes Vorbild: „Brechts bester Einfall war es, Kommunist zu werden. Sein schlechtester Einfall: Kommunist zu bleiben.“cite-ref-65[65]

Wie Biermann beschreibt, wurde ihm „der Glaube an den Kommunismus [
] eingepflanzt“ wie bei GlĂ€ubigen anderer Religionen. Er habe das Kommunistische Manifest als Bibel betrachtet und keine Bekehrungen nötig gehabt wie die Renegaten ManĂšs Sperber, Robert Havemann und Arthur Koestler, die in jungen Jahren mit der bĂŒrgerlichen Gesellschaft gebrochen hĂ€tten. In der DDR habe er mit „den Genossen“ nicht „um die kommunistische Idee selbst“, sondern um ihre totalitĂ€re Praxis gestritten und geglaubt, Kommunismus sei mit Demokratie vereinbar. Dies sei nicht nur ein Irrtum, sondern eine „Ironie des Schicksals“, habe dieser „Irrglaube“ doch dazu gefĂŒhrt, sich ĂŒberhaupt zu engagieren und nicht in den Westen zu gehen. Es sei nicht leicht gewesen, sich von der „Illusion Kommunismus“ zu lösen, doch ein „tapferer Bruch“ sei kein „Zusammenbruch“. So schrieb er in dem Lied fĂŒr seinen Freund Arno Lustiger: „Nur wer sich Ă€ndert, bleibt sich treu.“cite-ref-66[66]

NĂ€he zu CDU und CSU

1998 trat Biermann auf der Klausurtagung der CSU in Wildbad Kreuth auf. Die „unverkrampfte, freundschaftliche AtmosphĂ€re“ habe ihn gefreut, erklĂ€rte er anschließend.cite-ref-67[67] 2012 lobte er den vormaligen Bundeskanzler Helmut Kohl: Mit seinem Ziel einer deutschen Wiedervereinigung sei er klĂŒger gewesen „als wir alle zusammen damals“. „Als die Chance da war, hat er sie schneller als andere erkannt und tapferer, mutiger, frecher genutzt als andere.“ Der Beitritt Ostdeutschlands zur bestehenden Bundesrepublik anstelle eines politischen Neuanfangs sei dabei die einzig mögliche Entscheidung gewesen. 1989 hatte Biermann noch gesagt, er könne „das Wort WIEDER nicht ertragen. Ich meine Wiedervereinigung“. Er wĂŒnsche sich, „dass zwei DeutschlĂ€nder da sein können, die einen friedlichen und demokratischen Wettstreit versuchen“. Friedrich Schorlemmer nannte ihn 2014 deswegen einen Wendehals.cite-ref-68[68] Weiterhin lobt Biermann Kohl dafĂŒr, „dieses politische Genie Angela Merkel“ als solches erkannt zu haben; „die ist sozusagen das Beste, was die DDR hervorgebracht hatte.“ „Im allerbesten Sinne langweilig ist aus meiner Sicht dieser Kohl.“cite-ref-69[69]

2013 gab er bekannt, er werde die CDU wÀhlen, und empfahl Merkel als Kanzlerin, obwohl ja eigentlich die SPD immer seinem Herzen nÀher gewesen sei.cite-ref-70[70]

Israel

2006 erklĂ€rte Biermann, dass er zunehmend das ihm „fremdvertraute Israel“ als sein „Vaterland“ ansehe. Einer Mehrheit der Deutschen und EuropĂ€er wirft er fehlendes VerstĂ€ndnis fĂŒr den Nahostkonflikt und einen Mangel an Empathie fĂŒr die politischen Dilemmata des jĂŒdischen Staates vor: „Was mich anwidert, das ist die großmĂ€ulige Besserwisserei der Wenigwisser in Europa.“ Als GrĂŒnde nennt er Antisemitismus gegenĂŒber der jĂŒdischen und „RassendĂŒnkel“ gegenĂŒber der arabischen Seite: Die Juden blieben „auch nach Meinung des gebildeten Elite-Packs an allem schuld“, wohingegen „die Araber fĂŒr unmĂŒndige Menschen dritter Klasse“ gehalten wĂŒrden, „an die man noch keine aufklĂ€rerisch-humanen MaßstĂ€be anlegen“ dĂŒrfe.cite-ref-israel-71-0[71]

Weitere Standpunkte

Biermann befĂŒrwortete das Eingreifen der NATO im Kosovokrieg 1999cite-ref-72[72] und den Irakkrieg der USA und ihrer VerbĂŒndeten 2003. Im Spiegel verspottete er die Kriegsgegner als „Nationalpazifisten“, die „Frieden irgendwie geiler als Krieg finden“.cite-ref-73[73] Im Herbst 2006 meinte er, der Irak-Krieg hĂ€tte 2003 vermieden werden können, wenn Deutschland und Frankreich sich an der Koalition der Willigen im Vorfeld des Angriffs beteiligt hĂ€tten, da in diesem Falle Saddam Hussein abgetreten wĂ€re.cite-ref-israel-71-1[71]

2006 trennte sich Biermann nach ĂŒber dreißigjĂ€hriger Zusammenarbeit vom Verlag Kiepenheuer & Witsch und wechselte zu Hoffmann und Campe. Er hatte sich ĂŒber ihn betreffende Inhalte des Buches Lichtjahre – Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute von Volker Weidermann geĂ€rgert, das bei Kiepenheuer & Witsch erschienen war. Die drei Seiten lange Passage ĂŒber ihn schloss mit der Bemerkung, nach seinem Werk Großer Gesang des Jizchak Katzenelson sei es „sehr, sehr still um Wolf Biermann geworden“.cite-ref-74[74]

In einem Interview zu einem Auftritt mit der Jazz-Band Zentralquartett nach einem Kommentar zur aktuellen NSA-AffĂ€re gefragt, erwiderte Biermann, das berĂŒhre ihn â€žĂŒberhaupt gar nicht“. Er halte diese Kritik „fĂŒr eine hysterische Propaganda-Idiotie“; es sei ein Unterschied, „ob ein totalitĂ€rer Staat die Menschen bespitzelt oder ob eine Demokratie sich ĂŒber den Streit in der Welt informieren möchte“.cite-ref-75[75]

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 Ă€ußerte sich Biermann lobend ĂŒber Robert Habeck, den damaligen Kanzlerkandidaten von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen. Habeck scheine „einer von dieser Sorte zu sein, die immer noch lernen wollen“.cite-ref-76[76]

Auftritt im Deutschen Bundestag 2014

Am 7. November 2014 war Biermann anlĂ€sslich des 25. Jahrestages des Mauerfalls vom PrĂ€sidenten des Deutschen Bundestages Norbert Lammert zu einer Gedenksitzung in den Bundestag eingeladen worden, um das Lied Ermutigungcite-ref-77[77] zu singen. Entgegen dem Einladungszweck und unter Verstoß gegen die GeschĂ€ftsordnung des Deutschen Bundestages polemisierte er gegen die SED-Nachfolgepartei Die Linke („Drachenbrut“, „reaktionĂ€r“), sich selbst als „Drachentöter“ bezeichnend.cite-ref-78[78] Willi Winkler wies in diesem Zusammenhang auf Biermanns StĂŒck Der Dra-Dra. Die Große Drachentöterschau in acht Akten mit Musik hin, das Anfang der 1970er Jahre in MĂŒnchen fĂŒr einen Theaterskandal gesorgt hatte.cite-ref-79[79]

Appell gegen den russischen Krieg in der Ukraine 2022

Im Februar 2022 startete Biermann gemeinsam mit seiner Frau Pamela, dem Schauspieler Burghart Klaußner und dem Kulturmanager Ulrich Schreiber im Rahmen der sich zuspitzenden diplomatischen Krise zwischen Russland und der Ukraine einen Appell, der sich gegen eine russische Invasion auf ukrainischem Boden richtete. Wörtlich heißt es in dem Appell, der innerhalb weniger Wochen von mehreren hundert nationalen und internationalen Intellektuellen und KĂŒnstlern, darunter die LiteraturnobelpreistrĂ€gerin Herta MĂŒller, der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger und der Osteuropahistoriker Karl Schlögel, unterschrieben wurde:

„Es kann nicht schweigend hingenommen werden, dass ĂŒber achtzig Jahre nach dem MĂŒnchner Abkommen in Europa wieder unverhohlen mit einem Einmarsch in fremdes, souverĂ€nes Territorium gedroht wird.“ Und weiter: „Wir unterstĂŒtzen den Dialog mit Russland, fordern aber den sofortigen und bedingungslosen Abzug der russischen Truppen.“cite-ref-80[80]

Nachdem Russland die Ukraine angegriffen hatte, plĂ€dierte Biermann fĂŒr die Lieferung schwerer Waffen an das ĂŒberfallene Land. Den von Alice Schwarzer in der Zeitschrift Emma initiierten Appell an Bundeskanzler Scholz lehnte er ab. Schon sein eigenes Leben erlaube nicht, nun Pazifist zu sein. Er habe nur ĂŒberlebt, weil Soldaten aus der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten und Großbritannien ihr Leben riskiert hĂ€tten, „damit der kleine Biermann leben kann“.cite-ref-81[81] Nun kĂ€mpfe die Ukraine einen solchen Freiheitskrieg, eine Bezeichnung, die von Heinrich Heine eingefĂŒhrt worden sei.cite-ref-82[82]

Biermanns Gitarren

Ab Oktober 1967 nahm Biermann bei Willi Schlinske Gitarrenunterricht und eignete sich die Grundlagen des klassischen Gitarrenspiels an.cite-ref-83[83] Biermann hat oft Gitarren gespielt, die in Markneukirchen gefertigt wurden, beispielsweise von Adolf Richard Meinel (1910–2009). SpĂ€ter beschrieb er seine Bitte um Reparatur einer Gitarre bei diesem im Jahre 1965.cite-ref-84[84] Des Weiteren spielt Biermann Instrumente der Gitarrenbauer Richard Jacob „Weißgerber“ und Curt Claus Voigt.cite-ref-85[85]

AnlĂ€sslich des 30. Jahrestages des Mauerfalls erhielt Biermann im Juni 2019 den Preis fĂŒr das Lebenswerk der Koblenz International Guitar Academy gGmbH, die diesen Preis fĂŒr besondere Verdienste um die Gitarre vergibt.cite-ref-86[86]

Privatleben

Wolf Biermann heiratete zweimal und hat zehn Kinder.cite-ref-87[87]

‱ Mit Brigitte Soubeyran (1932–2015) hat Wolf Biermann einen leiblichen (* 1965) und einen angenommenen Sohn (* 1957; † 2022), dessen Vater der Pantomime Jean Soubeyran ist.
‱ Von 1965 bis 1972 war Wolf Biermann der LebensgefĂ€hrte von Eva-Maria Hagen, der Mutter von Nina Hagen. Zeitweilig war er Ziehvater von Nina Hagens Tochter Cosma Shiva Hagen.cite-ref-88[88]cite-ref-89[89]
‱ Mit Sibylle Havemann, der Tochter von Robert Havemann, hat Wolf Biermann den Sohn Eliyah,cite-ref-90[90] der als orthodoxer Jude mit seiner Familie in Israel lebt.
‱ Von 1975 bis etwa 1983 war er mit der Ärztin Christine Barg verheiratetcite-ref-91[91], mit der er zwei Söhne (* 1975, * 1980) und eine Tochter (* 1980) hat. Der jĂŒngere Sohn Til Biermann ist bei den Zeitungen B.Z. und Bild als Journalist tĂ€tigcite-ref-92[92].
‱ 1989 heiratete Wolf Biermann Pamela RĂŒsche, mit der er auch gemeinsam auftritt. Aus dieser Ehe gingen ebenfalls drei Kinder hervor, zwei Söhne (* 1988 und * 1989) und eine Tochter (* 2000).

Biermann lebt und arbeitet in Hamburg-Ottensen.cite-ref-93[93]

Auftritte (Auswahl)

1962–September 1976

‱ Februar 1962 Berlin, Humboldt-UniversitĂ€t, Audimaxcite-ref-94[94]
‱ 11. Dezember 1962, Berlin, Akademie der KĂŒnste, Lyrikabend
‱ 1964 Berlin, Kabarett Die Distel
‱ 1964 Bundesrepublik, erste Auftritte
‱ 1965 Frankfurt am Main, Kabarett-Abend mit Wolfgang Neuss, mit LP-Aufnahme
‱ 1967 Weimar, FDJ-Studentenklub Kasseturmcite-ref-95[95]
‱ 1967 Weimar, Hochschulsommerseminar fĂŒr Germanistik
‱ 1969 Weimar, Studentenklub Kasseturmcite-ref-96[96]
‱ 11. September 1976, Prenzlau, Nikolaikirche, UckermĂ€rkischer Kirchentag, letzter Auftritt in der DDR bis 1989cite-ref-97[97]

November 1976–November 1989

‱ 13. November 1976, Köln, Stadthalle, Konzert vor 7000 Zuschauern, fĂŒhrte zur AusbĂŒrgerung
‱ 19. November 1976, Bochum, erstes Konzert nach der AusbĂŒrgerung

‱ 1985 Berlin, Tempodrom, AIDS-Benefiz von Rosa von Praunheimcite-ref-98[98]

Seit Dezember 1989

‱ 1. Dezember 1989, Leipzig, Messehallen, erstes Konzert in der DDR seit 1976, ĂŒbertragen in DDR-Fernsehen und ARD
‱ 8. November 2014, Berlin, Berliner Ensemble, Konzert mit dem Zentralquartett, zum 25-jĂ€hrigen JubilĂ€um des Mauerfallscite-ref-99[99]
‱ November 2016 Berlin, Berliner Ensemble, Galakonzert zum 80. Geburtstagcite-ref-100[100]
‱ November 2021, Berlin, Berliner Ensemble, Galakonzert zum Geburtstagcite-ref-101[101], mit Festvortrag von Ilko-Sascha Kowalczukcite-ref-102[102]

Rezeption

FĂŒr die DDR war Wolf Biermann laut Stefan Wolle ein „Skandal par excellence“. Obwohl er staatlichen Repressionen ausgesetzt war, gingen viele Zeilen seiner Gedichte als geflĂŒgelte Worte in den Sprachgebrauch ein, etwa die Redensart vom „sozialistischen Gang“. Sein gesungenes Gedicht Ermutigung entwickelte sich „fast zum Volkslied“ und zur „heimlichen Nationalhymne der DDR“.cite-ref-103[103] Es wurde bei Kirchentagen gesungen und in kirchliche LiederbĂŒcher aufgenommen.

Biermanns Gedichte sind meist als Lieder konzipiert, die laut Christine Knobloch und Hermann Korte ihre eigentliche Wirkung durch den unverwechselbaren Vortrag mit Pausen, EinschĂŒben und Reflexionen gewinnen. Er wolle das Publikum aktivieren („Ach verzagt nicht, Freunde“, „Warte nicht auf bessre Zeiten“) und auch im politischen Kampf den Genuss und die Emotionen nicht vergessen. Die Musik sei eingĂ€ngig, reduziere aber nicht den Text, sondern bĂŒrste ihn gegen den Strich. Mit seinen Liedern habe Biermann den Nerv der Studentenbewegung getroffen.cite-ref-104[104]

Biermanns lyrisches Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Marcel Reich-Ranicki sprach von der Frische, Unmittelbarkeit und „urwĂŒchsige(n) Kraft“ der Verse und lobte ihre NaivitĂ€t im Sinne der Definition Friedrich Schillers. Sie seien einfach und wĂŒrden auf die Dunkelheit verzichten, die in Deutschland gut munde und zĂŒnftigen Literaturforschern „das GeschĂ€ft der Interpretation“ ermögliche. Biermann meide schwierige Metaphern und bevorzuge einfache Bilder, so in seiner Ballade vom preußischen Ikarus, die zu seinen schönsten Gedichten gehöre. Von der Mehrheit der bundesdeutschen Lyriker unterscheide ihn, dass er „ein Fundament in sich selber“ habe.cite-ref-105[105]

Es sei erstaunlich, wie leicht Biermann die Sprachebenen wechseln, von Umgangssprache in hochpoetische Bereiche ĂŒbergehen könne. Seine Dichtung verbinde „zĂ€rtliche Lyrismen mit [
] Vulgarismen“, die einander nicht entwerten oder „denunzieren“ wĂŒrden. Die Kritiker hĂ€tten sich bislang ĂŒberwiegend mit den zeitgeschichtlichen und politischen Aspekten Biermanns befasst und ihn nicht als Lyriker, „sondern vielseitigen oppositionellen KleinkĂŒnstler“ betrachtet.cite-ref-106[106]

Die Liebeslyrik der ersten, in der Bundesrepublik gefeierten Gedichtsammlungen Die Drahtharfe und Mit Marx- und Engelszungen verzichtete laut Keith Bullivant darauf, politische ZusammenhĂ€nge der DDR darzustellen. Wie fĂŒr andere DDR-Autoren sei die Liebesbeziehung oder der Locus amoenus auch fĂŒr Biermann eine Nische gewesen, in die man sich habe zurĂŒckziehen können, um den ZwĂ€ngen des Systems zu entkommen; die IntimsphĂ€re sei ein Politikum geworden.cite-ref-107[107]

Es gab auch ablehnende und kritische Kommentare. So monierte Christian Schultz-Gerstein: „Wo es auf Sinn ankĂ€me, stellt Biermann lediglich politische Gesinnungslyrik zum Mitklatschen her“.cite-ref-108[108]

Nach Auffassung Dieter E. Zimmers lĂ€sst sich bei Biermann gut erkennen, wie die Kenntnis der Entstehungsbedingungen eines Werkes auch die Rezeption beeinflusst. Man schĂ€tze ein Kunstwerk, wenn es sich gegen WiderstĂ€nde habe durchsetzen können. Es sei bemerkenswert, dass Biermanns Werk trotz der Missbilligung der Obrigkeit entstanden sei, die es „Zeile fĂŒr Zeile“ besiegt habe.cite-ref-109[109] Auch Zimmer geht auf die proteushafte WandlungsfĂ€higkeit Biermanns ein, der die unterschiedlichsten TonfĂ€lle beherrsche, „feierlich“ und „hölderlinisch“ ebenso wie ichbezogen, agitatorisch oder bĂ€nkelsĂ€ngerhaft sein könne.cite-ref-110[110]

Bereits 1967 hatte Zimmer sich mit Biermann auseinandergesetzt und die gegen ihn gerichtete Kampagne verurteilt. Nun denunziere ihn niemand mehr als „den politischen Pornographen“, der die sozialistische Arbeiterschaft beschmutze. Es sei riskant, Biermann zu beschimpfen und dem Volk ausreden zu wollen, da gerade dies ihn populĂ€r gemacht habe.cite-ref-111[111] Seit den Tagen Pierre-Jean de BĂ©rangers – neben François Villon, Arthur Rimbaud und Bertolt Brecht ein Vorbild Biermanns – seien die Methoden verfeinert worden, einen kritischen Lyriker mundtot zu machen.cite-ref-112[112]

In seiner zweiten LebenshĂ€lfte beschĂ€ftigte Biermann sich vertieft mit dem eigenen Judentum. Seine 1994 erschienene Nachdichtung des Epos Dos lied vunem ojsgehargetn jidischn volk ĂŒber die Vernichtung der Warschauer Juden wurde vielfach gelobt. Auf Anregung seines Freundes Arno Lustiger hatte er zunĂ€chst nur ein Kapitel des Poems ĂŒbersetzt, dann aber „Feuer“ gefangen und das gesamte Werk unter dem Titel Großer Gesang vom ausgerotteten jĂŒdischen Volk ĂŒbertragen.cite-ref-113[113] Jizchak Katzenelson, der Verfasser des Poems, hatte sich am Aufstand im Warschauer Ghetto beteiligt. Er wurde ins Sonder-KZ in Vittel gebracht und schrieb dort die Verse, bevor er nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Laut Franz Hohler scheint das erschĂŒtternde Dokument gleichsam auf Biermann „gewartet zu haben“. Biermann kenne diese Schicksale aus eigener Erfahrung und sei „wortmĂ€chtig“ genug, sich vor dem Unsagbaren nicht abschrecken zu lassen. Wenn er etwa die GĂŒterwagen beschreibe, die auf den Abtransport der Menschen warten, mobilisiere er die ExpressivitĂ€t seiner Sprache, um der Tragödie gerecht zu werden.cite-ref-114[114]

Biermanns kritische Äußerungen, die sich gegen ganz unterschiedliche politische und gesellschaftliche Gruppierungen richteten, lösten immer wieder öffentliche Debatten und Auseinandersetzungen aus.cite-ref-115[115] FĂŒr Jörg Lau ist Biermann mit „seinen politisch-ideologischen BocksprĂŒngen vom Kommunisten zum Antikommunisten“ ein „Beispiel fĂŒr Eigensinn und permanente Selbstrevision“, womit sich die Gesellschaft schwertue.cite-ref-lau-116-0[116] Marcel Reich-Ranicki urteilte: „Eintracht zu stiften ist seine Sache nicht.“cite-ref-117[117]

Im Juli 2021 erwarb die Staatsbibliothek zu Berlin Biermanns auf 100 Umzugskisten angewachsenes Archiv, darunter Manuskripte, das ab 1954 gefĂŒhrte 200-bĂ€ndige Tagebuch sowie Ton- und Filmaufnahmen.cite-ref-118[118]

Auszeichnungen

‱ 1969: Fontane-Preis der Stadt Berlin (West)
‱ 1974: Jacques-Offenbach-Preis der Stadt Köln, durfte nicht zur Preisverleihung reisencite-ref-119[119]
‱ 1975: Deutscher Schallplattenpreis
‱ 1977: Deutscher Schallplattenpreis
‱ 1979: Deutscher Kleinkunstpreis fĂŒr Chanson
‱ 1991: Mörike-Preis der Stadt Fellbachcite-ref-120[120]
‱ 1998: Deutscher Nationalpreiscite-ref-122[122]
‱ 2006: Joachim-Ringelnatz-Preis fĂŒr Lyrikcite-ref-123[123]
‱ 2006: Großes Bundesverdienstkreuzcite-ref-124[124]
‱ 2007: EhrenbĂŒrgerwĂŒrde der Stadt Berlin
‱ 2008: Theodor-Lessing-Preis
‱ 2008: Ehrendoktor der Philosophie der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlincite-ref-125[125]
‱ 2015: Marion-Samuel-Preis
‱ 2017: Ehren-Victoria des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger,cite-ref-126[126]
‱ 2017: Point-Alpha-Preis
‱ 2018: Ernst-Toller-Preis
‱ 2019: Preis der Koblenz International Guitar Academy fĂŒr das Lebenswerkcite-ref-127[127]
‱ 2020: Ehrendoktor der UniversitĂ€t Koblenz-Landau
‱ 2020: OVID-Preis des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland, erhalten und an Maryja Kalesnikawa weitergegeben im Oktober 2021cite-ref-128[128]
‱ 2022: Arik-Brauer-Publizistikpreis: Sonderpreis fĂŒr Wolf Biermann fĂŒr sein Lebenswerkcite-ref-129[129]
‱ 2025: Deutscher Musikautor*innen Preis der GEMA fĂŒr sein Lebenswerkcite-ref-130[130]
‱ 2025: Mitglied im Orden Pour le MĂ©ritecite-ref-131[131]

EhrenbĂŒrger von Berlin

Nach einem Vorschlag der Fraktionen von CDU, FDP und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen im Berliner Abgeordnetenhaus erhielt Biermann 2007 das EhrenbĂŒrgerrecht der Stadt Berlin. Er habe wie kein zweiter die Stadt besungen, das SED-Unrecht und die Teilung Berlins bekĂ€mpft.cite-ref-132[132] Bereits 2003 hatte die Bundesbeauftragte fĂŒr die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, in einem Brief an den regierenden BĂŒrgermeister Klaus Wowereit die EhrenbĂŒrgerwĂŒrde fĂŒr Biermann vorgeschlagen.cite-ref-spon-459993-133-0[133]

Die SPD schloss sich dem nur widerwillig an, nachdem Biermann ihre Koalition mit der Linkspartei.PDS als BĂŒndnis von „bankrotten sozialdemokratischen Apparatschiks“ mit „MfS-Kadern“ bezeichnet hatte. Die PDS enthielt sich der Stimme,cite-ref-spon-460185-134-0[134]cite-ref-tagesspiegel-799574-135-0[135] wiewohl es einzelne PDS-Abgeordnete gegeben hatte, die Biermann wegen seines „mutigen Eintretens gegen die SED“ geehrt hĂ€tten.cite-ref-lau-116-1[116] Das Berliner Abgeordnetenhaus nahm den fraktionsĂŒbergreifenden Antrag schließlich am 1. Februar 2007 an. Der Berliner Senat stimmte der Ehrung am 6. Februar 2007 zu.cite-ref-tagesspiegel-807920-136-0[136] In einer Reaktion bezeichnete Biermann die Debatte um seine Ernennung zum EhrenbĂŒrger als „Provinzposse“ und Ă€ußerte spĂ€ter in Bezug auf den Berliner Senat, es sei „verbrecherisch, dass die SPD mit der PDS ins Bett“ gehe.cite-ref-137[137] Am 26. MĂ€rz 2007 wurde Wolf Biermann zum 115. EhrenbĂŒrger von Berlin ernannt.cite-ref-138[138]

Biermann und WƂadysƂaw Szpilman

Der polnische Pianist jĂŒdischen Glaubens WƂadysƂaw Szpilman schrieb 1946 ein Buch ĂŒber seine Leidenszeit im Warschauer Ghetto zur Zeit des deutschen Nationalsozialismus. Das Buch wurde im kommunistischen Polen aus politischen GrĂŒnden danach nicht wieder verlegt. 52 Jahre spĂ€ter wurde WƂadysƂaw Szpilman von seinem Sohn Andrzej Szpilman sowie von Wolf Biermann dazu ermutigt, das Buch erneut zu veröffentlichen (1998).cite-ref-tagesspiegel-2002-139-0[139] Biermann und Andrzej Szpilman kannten sich bereits mehrere Jahre durch die Produktion von Biermanns CDs in Andrzej Szpilmans Studio.cite-ref-verlagshaus-jaumann-140-0[140] Wolf Biermann wurde wiederum von WƂadysƂaw Szpilman gebeten, Anmerkungen fĂŒr die deutsche Veröffentlichung zu verfassen, was Biermann dann tat.cite-ref-deutsche-welle-2020-141-0[141] Das Buch bzw. dessen Wiederveröffentlichung wurde ein großer internationaler Erfolg und war Vorlage fĂŒr den Film Der Pianist.

Werke

Musikaufnahmen

→

Hauptartikel

:

Liste der Lieder von Wolf Biermann

LPs, CDs und weitere Tonaufnahmen diskografie

‱ Wolf Biermann zu Gast bei Wolfgang Neuss. 1965.
‱ 4 neue Lieder. 1968. (Im Verlag Klaus Wagenbach erschienene EP, darin: Ermutigung)
‱ Chausseestraße 131. 1968.
‱ Der Biermann kommt. 1970. (NiederlĂ€ndische Schwarzpressung von Tonbandaufnahmen aus der Mitte der sechziger Jahre)
‱ Wolf Biermann, CHILE – Ballade vom Kameramann / Comandante Che Guevara 1973 (CBS Single 1903)
‱ Zwei Lieder fĂŒr die Sozialdemokratische WĂ€hlerinitiative (Warte nicht auf bessre Zeiten, Das Lied vom Schlimmsten). Herbst 1972. Schallarchiv Radio Bremen.
‱ Warte nicht auf beßre Zeiten. 1973. CBS. (Mit Mario Peters, Konrad Körner, GĂŒnter Sommer und Hans SchĂ€tzke)
‱ aah – ja! 1974.
‱ Liebeslieder. 1975.
‱ Es gibt ein Leben vor dem Tod. 1976.
‱ Der Friedensclown. 1977.
‱ Das geht sein’ sozialistischen Gang. 1977. (Doppel-CD mit Livekonzert vom 13. November 1976)
‱ Trotz alledem! 1978.
‱ HĂ€lfte des Lebens. 1979.
‱ Eins in die Fresse, mein Herzblatt. 1980. (Live-Doppel-CD)
‱ Wir mĂŒssen vor Hoffnung verrĂŒckt sein. 1982.
‱ Im Hamburger Federbett. 1983.
‱ Die Welt ist schön 
 1985.
‱ Seelengeld. 1986. (Doppel-CD)
‱ VEBiermann. 1988.
‱ Gut Kirschenessen. DDR – ça ira! 1989.
‱ Nur wer sich Ă€ndert. 1991.
‱ SĂŒĂŸes Leben – Saures Leben. 1996.
‱ Brecht, Deine Nachgeborenen. 1999. (Live-Doppel-CD)
‱ Paradies uff Erden – Ein Berliner Bilderbogen. 1999.
‱ Ermutigung im Steinbruch der Zeit. 2001. (Mitschnitt des Konzerts anlĂ€sslich des 25. Jahrestags der AusbĂŒrgerung im Berliner Ensemble am 16. November 2001)
‱ Großer Gesang vom ausgerotteten jĂŒdischen Volk, Lesung von Yitzak Katzenelson. 2004. (Live-Doppel-CD)
‱ Das ist die feinste Liebeskunst – Shakespeare-Sonette. 2005.
‱ HĂ€nschen-klein ging allein 
 2005. (Sonder-CD/Live-Mitschnitt eines Konzertes vom 5. Dezember 2004, im Verein Erkenntnis durch Erinnerung e. V. (Freier TrĂ€ger der GedenkstĂ€tte Bautzner Straße Dresden) bzw. der Stiftung SĂ€chsische GedenkstĂ€tten; nicht im Handel erhĂ€ltlich)
‱ Heimat – Neue Gedichte. 2006. (Lesung)
‱ Heimkehr nach Berlin Mitte. 2007.
‱ in diesem Lande leben wir 
 2011. Wolf-Biermann-Lieder mit dem Chamber Choir of Europe.
‱ Ach, die erste Liebe
 Mit Pamela Biermann. 2013. (= Wolf Biermann Edition, Vol 28.)
‱ Warte nicht auf bessre Zeiten! Die Autobiographie. Hörbuch gelesen von Burghart Klaußner, 10 CDs, MDR / Hörbuch Hamburg 2016, ISBN 978-3-95713-063-1.
‱ 
paar eckige Runden drehn! Mit Pamela Biermann und ZentralQuartett. 2016. (= Wolf Biermann Edition, Vol 29.)

Monografien

BĂŒcher von Wolf Biermann

‱ Die Drahtharfe. Klaus Wagenbach, Berlin 1965.

‱ Mit Marx- und Engelszungen. Gedichte, Balladen, Lieder. Klaus Wagenbach, Berlin 1968, (darin: Ermutigung).
‱ Der Dra-Dra. Die Große Drachentöterschau in acht Akten mit Musik. mit Noten und Illustrationen. Quarthefte, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1970.
‱ FĂŒr meine Genossen. Hetzlieder, Gedichte, Balladen. 1972.
‱ Das MĂ€rchen vom kleinen Herrn Moritz, der eine Glatze kriegte. Illustrationen von Kurt MĂŒhlenhaupt. MĂŒnchen 1972.
‱ Nachlaß I. 1977.
‱ Preußischer Ikarus. 1978. darin Ballade vom preußischen Ikarus
‱ Das MĂ€rchen von dem MĂ€dchen mit dem Holzbein. Ein Bilderbuch von Natascha Ungeheuer. 1979.
‱ Verdrehte Welt – das seh’ ich gerne. Lieder, Balladen, Gedichte, Prosa. 1982.
‱ Affenfels und Barrikade. 1986.
‱ Klartexte im GetĂŒmmel. 13 Jahre im Westen. 1990.
‱ Über das Geld und andere Herzensdinge – Prosaische Versuche ĂŒber Deutschland. 1991.
‱ Alle Lieder. 1991.
‱ Der Sturz des Daedalus oder Eizes fĂŒr die Eingeborenen der Fidschi-Inseln ĂŒber den IM Judas Ischariot und den Kuddelmuddel in Deutschland nach dem Golfkrieg. 1992.
‱ Alle Gedichte. 1995.
‱ Wie man Verse macht und Lieder. Eine Poetik in acht GĂ€ngen. MĂ€rz 1997.
‱ Paradies uff Erden. Ein Berliner Bilderbogen. 1999.

‱ Über Deutschland Unter Deutschen. 2002.
‱ Die Gedichte und Lieder 1960 bis 2001. 2003.
‱ Eleven Outlined Epitaphs. Elf EntwĂŒrfe fĂŒr meinen Grabspruch. Von Bob Dylan und Wolf Biermann, 2003.
‱ Das ist die feinste Liebeskunst. 40 Shakespeare Sonette. von Wolf Biermann und William Shakespeare, 2004.
‱ Heimat. Neue Gedichte. 2006.
‱ Fliegen mit fremden Federn. Nachdichtungen und Adaptionen. Hoffmann und Campe, Hamburg 2011, ISBN 978-3-455-40344-2.
‱ Warte nicht auf bessre Zeiten! Die Autobiographie. PropylĂ€en Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-549-07473-2.
‱ Im Bernstein der Balladen. Lieder und Gedichte. PropylĂ€en Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-549-07479-4.
‱ Barbara. Liebesnovellen und andere Raubtiergeschichten. Ullstein Buchverlage, Berlin 2019, ISBN 978-3-550-20025-0.
‱ Mensch Gott! Suhrkamp, Berlin 2021, ISBN 978-3-518-22523-3.

Einzeltexte

Unveröffentlichte Manuskripte, Gedichte und andere Texte in SammelbÀnden anderer Herausgeber

‱ Berliner Brautgang. Ein StĂŒck um den zwölften August. b.a.t. Berliner Arbeiter- und Studententheater, Berlin 1961 (Ormigdruck), unveröffentlicht, im Nachlass in der AdK.
‱ Liebesgedichte, herausgegeben von Gisela Steineckert, Berlin, 1962.
‱ Sonnenpferde und Astronauten, herausgegeben von Gerhard Wolf, Berlin 1964.
‱ Nachrichten von den Liebenden, herausgegeben von Gisela Steineckert, Berlin 1964.
‱ Meine Mietskasernenbraut. 1965.
‱ Berlin. 1965.

‱ Die AusbĂŒrgerung. Anfang vom Ende der DDR. Herausgegeben von Fritz F. Pleitgen, Ullstein, Berlin 2001, ISBN 3-89834-044-9.

Übersetzungen seiner Werke

‱ The Wire Harp – Ballads, Poems, Songs. Übersetzt von Eric Bentley, mit Musiknoten. Helen and Kurt Wolff Book, Harcourt, Brace & World, New York 1967.
‱ Wolf Biermann, A Political Songwriter Between East and West. Goethe-Institut, USA 1992.
‱ Wolf Biermann: Poems and Ballads. Pluto Press, London 1977, ISBN 0-904383-60-1.
‱ Om penge og andre hjertesager Verlag Spektrum, 1991, DĂ€nemark, ISBN 978-87-7763-033-0.
‱ Vent ikke pĂ„ bedre tider. Digte – ballader – sange. Gyldendal, DĂ€nemark 1970, ISBN 87-00-30121-3
‱ Wolf Biermann / Trille: So soll es sein – so wird es sein / SĂ„ er det sagt, at verden blir rĂžd (RĂžde muldhvarp RM-Y 701), 1969, DĂ€nemark.
‱ La Harpe des Barbels 1972, Collection 10 18 n° 706, Frankreich.
‱ Ainsi soit-il et ca ira, Christian Bourgois, Editeur 1978, Frankreich, ISBN 2-267-00136-5.
‱ Seul celui qui change reste fidùle à lui – meme. Huit discours sur l’Allemagne, Syllepse 2003, Frankreich, ISBN 2-84797-027-4.
‱ Moi aussi, j’ai Ă©tĂ© Ă  la Stasi. Éditions de l’Aube, Frankreich 1990.
‱ Heinrich Heine & Wolf Biermann Tyskland: en vintersaga. Författarförlaget, 1982
‱ TaggtrĂ„dsharpan. ballader och dikter; med noten. PAN, Norstedt 1971.
‱ Uppmuntran Lena Granhagen sings Theodorakis & Biermann, Schweden 1972.
‱ Il coniglio divora il serpente – Sul guazzabuglio della Germania riunificata. [Das Kaninchen frisst die Schlange – Vom Wirrwarr des wiedervereinigten Deutschland], Edizioni Theoria, Rom/Neapel 1992, ISBN 88-241-0299-9.
‱ Canzone privata, canzone politica – Musica, poesia e rivolta, [Privates Lied, politisch’ Lied – Musik, Lyrik und Revolte], Donzelli Editore, Rom 1996, ISBN 88-7989-287-8.
‱ Otto lezioni – per un’estetica della canzone e della poesia [Acht Vorlesungen – zur Ästhetik des Liedes und des Gedichtes] – il canneto editore, Genova 2010, Italien, ISBN 978-88-96430-05-7
‱ Uorufu BÄ«aman ShishĂ», (Wolf Biermann Gedichtsammlung) Shobunsha, Japan 1972.
‱ BÄ«aman wa utau, (Biermann singt) Verlag: Shobunsha 1986, Japan
‱ Doitsu: hitotsu no fuyu monogatari (Deutschland ein WintermĂ€rchen), Edition von Nomura, Osamu 1974.
‱ Horobosareta Yudaya no tami no uta. (Jizchak Katzenelson: „Großer Gesang des ausgerotteten jĂŒdischen Volkes“) mit einem Essay von Wolf Biermann, Misuzu Shobƍ, Tokyo 1999.
‱ Berurin reminisensu (Erinnerungen an Berlin), Verlag: Shichosha, 1992, Japan. Sammelband Gedichte deutscher Autoren u. a. Gottfried Benn, GĂŒnter Grass, Wolf Biermann.
‱ Wolf Biermann. Shirim (Gedichte) Goethe-Institut, Israel 1991.

Literatur

‱ Roland Berbig u. a. (Hrsg.): In Sachen Biermann. Protokolle, Berichte und Briefe zu den Folgen einer AusbĂŒrgerung. Links, Berlin 1994, ISBN 3-86153-070-8.
‱ Monika Boll, Dorlis Blume, Raphael Gross (Herausgeber): Wolf Biermann – Ein Lyriker und Liedermacher in Deutschland. Ch. Links Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-96289-195-4.
‱ Robert GrĂŒnbaum: Wolf Biermann 1976. Die AusbĂŒrgerung und ihre Folgen. 2., ĂŒberarbeitete Auflage. Landeszentrale fĂŒr politische Bildung ThĂŒringen, Erfurt 2011, ISBN 978-3-937967-85-1.
‱ Manfred JĂ€ger: „Am liebsten“ Eine melancholische Ermutigung. Zu Wolf Biermanns Lied „Und als wir ans Ufer kamen“. In: Walter Hinck (Hrsg.): Gedichte und Interpretationen. Band 6: Gegenwart I (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 7895). Reclam, Stuttgart 1998 [zuerst 1982], ISBN 978-3-15-007895-2, S. 320–327 [mit Literaturhinweisen].
‱ Lutz Kirchenwitz: Biermann, Wolf. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4. 2010
‱ Birgit Lermen, Matthias Loewen: Lyrik aus der DDR. Exemplarische Analysen (= UTB. Band 1470). Schöningh, Paderborn 1987, ISBN 3-506-99387-9, S. 343–370.
‱ Doris Liebermann: Im traurigen Monat November war’s. Interview mit Wolf Biermann ĂŒber die AusbĂŒrgerung und die Folgen. In: DeutschlandArchiv. 6, 2006, S. 993–1003.
‱ Claus Christian Malzahn: Wolf Biermann. Die Odyssee des Preußischen Ikarus. In: Claus Christian Malzahn: Deutschland, Deutschland. Kurze Geschichte einer geteilten Nation. dtv, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-423-24486-0.
‱ Ehrhart Neubert: Geschichte der Opposition in der DDR 1949–1989 (= Forschungen zur DDR-Gesellschaft). 2. Auflage, Links, Berlin 1998, ISBN 3-86153-163-1, S. 224 (zugleich leicht bearbeitete Dissertation, Freie UniversitĂ€t Berlin, Fachbereich Politische Wissenschaft 1997; Online-Vorschau).
‱ Fritz Pleitgen (Hrsg.): Die AusbĂŒrgerung. Anfang vom Ende der DDR. Wolf Biermann und andere Autoren. Ullstein, Berlin 2001, ISBN 978-3-89834-044-1.
‱ Oliver Schwarzkopf, Beate Rusch (Hrsg.): Wolf Biermann: ausgebĂŒrgert. Mit abschweifenden Anmerkungen und wichtigen Nichtigkeiten von Wolf Biermann, eingeleitet durch ein Interview von Renate Oschlies und Michael Maier. Fotos von Roger Melis. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1996, ISBN 3-89602-060-9.
‱ Peter Werres: Die Liedermacher Biermann und Degenhardt, eine Zwischenbilanz. 1960–1976. 5 Mikrofiches, University Microfilms International, Ann Arbor 1977, DNB 840637802 (Dissertation George Washington University, Washington, D.C. 1977).
‱ Dieter E. Zimmer: Wolf Biermann wird nicht vergessen. In: Hans Mayer (Hrsg.): Deutsche Literaturkritik. Vom Dritten Reich bis zur Gegenwart. Fischer, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-596-22011-4, S. 909–924.
‱ Ilko-Sascha Kowalczuk, Tom Sello (Hrsg.): FĂŒr ein freies Land mit freien Menschen. Opposition und Widerstand in Biographien und Fotos. Robert-Havemann-Gesellschaft, Berlin 2006, S. 165; ISBN 3-938857-02-1.

Fernsehdokumentationen

‱ Im Konzert – Wolf Biermann in Leipzig, das Konzert aus der Messehalle Leipzig vom 1. Dezember 1989
‱ DreistĂŒndige Extraausgabe in der SWR-Reihe Peter Voß fragt..., ARD, 12. Oktober 2009 von 22.25 Uhr an gesendet.
‱ Heinrich Billstein: Der Fall Biermann – Mit der Gitarre gegen die Staatsmacht. Das Erste, 01:34 min, 7. November 2016cite-ref-142[142]
‱ Anne Kauth, fĂŒr ZDFinfo: Wolf Biermann, Liedermacher, Skandal. ZDF, 2017, 45 Min. Folge acht der Doku-Reihe „Skandal!“. Der Historiker Hubertus Knabe kommentiert die Dokumentation, die durch die neuen Interviews mit ihm, mit WeggefĂ€hrten und Zeitzeugen, eine andere Perspektive auf Biermanns Leben erschließt.
‱ Mirjam Devriendt (Regie), Yves Kugelmann (Interview): Deep thought – Das große GesprĂ€ch mit Wolf Biermann. arte, 2022, 55 Min.cite-ref-143[143]

Weblinks

Commons

: Wolf Biermann

– Sammlung von Bildern und Audiodateien

Wikiquote: Wolf Biermann

– Zitate

‱ Wolf-Biermann.de, eigene Website

‱ Nadine Chmura: Wolf Biermann. Tabellarischer Lebenslauf im LeMO (DHM und HdG)
‱ Wolf Biermann – der „unbequeme Dichter“. Bilder und Dokumente des Bundesarchivs
‱ Wolf Biermann, ein Lyriker und Liedermacher in Deutschland – Website zur Ausstellung im Deutschen Historischen Museum 2023, mit Objektverzeichnis und weiteren Materialien

‱ Kommentierte Linksammlung der UniversitĂ€tsbibliothek der FU Berlin (Memento vom 11. Oktober 2013 im Webarchiv archive.today) (Ulrich Goerdten)
‱ Die Fleischtöpfe der Sklaverei (Focus-Interview aus dem Jahre 1999)
‱ Konzert 76 (bpb/Robert-Havemann-Gesellschaft: Biermann-Biografie im Rahmen der Jugendopposition in der DDR)
‱ Peter Voß fragt 
 eine Extraausgabe mit Wolf Biermann (GesprĂ€chssendungen von 3sat.de mit 2 × 15-minĂŒtigen Ausschnitten als VoD)
‱ Wolf Biermann: Erstes Auftreten nach der AusbĂŒrgerung aus der DDR, 19. November 1976 in Bochum auf YouTube, vom 3. Dezember 2010
‱ Glanz und Elend der Demokratie – Rede zum Internationalen Tag der Demokratie, 2. Januar 2012
‱ W. Biermann und seine AusbĂŒrgerung von Dr. Daniel Niemetz, mdr.de, abgerufen am 7. Februar 2019
‱ Stasi-Mediathek, Geschichte: „StaatsbĂŒrgerliche Pflichten grob verletzt“: Der Rauswurf des Liedermachers Wolf Biermann 1976 aus der DDR
‱ Stasi-Mediathek, Dokumentensammlung: Wolf Biermann
‱ Christoph Amend, Jochen Wegner: Wolf Biermann, warum sind Sie kein Kommunist mehr? In: Alles gesagt? Interviewpodcast. Zeit Online, 10. November 2023; abgerufen am 21. Oktober 2024.
‱ Literatur von und ĂŒber Wolf Biermann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Werke von und ĂŒber Wolf Biermann in der Deutschen Digitalen Bibliothek
‱ Wolf Biermann bei IMDb
‱ Wolf Biermann bei MusicBrainz (englisch)

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Wolf Biermann: Elbwasser, Hamburger Abendblatt vom 28. August 1999; Mein gefeierter Freund, Hamburger Abendblatt vom 20. MĂ€rz 2003.
cite-note-22. ↑ Franz Hohler: Biermann, Wolf. In: Thomas Kraft (Hrsg.): Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Nymphenburger, MĂŒnchen 2003, S. 129.
cite-note-abendblatt-article121892583-33. ↑ Stefan Grund: Was Wolf Biermann mit Klaus-Michael KĂŒhne verbindet. In: abendblatt.de. 14. November 2013, abgerufen am 20. Januar 2015.
cite-note-44. ↑ Objektverzeichnis zur Ausstellung im Deutschen Historischen Museum 2023, Katalogeintrag 0098 (Mitgliedsausweis).
cite-note-55. ↑ Wolf Biermann, Autobiografie, in Spiegel, 2016, Text; viertes Foto Zeitungsausschnitt.
cite-note-66. ↑ Biermanns Lied, Die Zeit, 3. August 1973.
cite-note-jugendop-280611-77. ↑ Biermann,– die Biografie. In: jugendopposition.de. 15. November 1936, abgerufen am 20. Januar 2015.
cite-note-88. ↑ Wolf Biermann: Mein Leben ist ein Schelmenroman. Interview von Sven Michaelsen, in: SĂŒddeutsche Zeitung Magazin, 7. Oktober 2016, S. 17.
cite-note-99. ↑ bat-Studiotheater
cite-note-1010. ↑ Plakat fĂŒr Matinee 1962 Plakatkontor, Nr. 87, eine vorbereitete Matinee Wolf Biermann, Fred DĂŒren und Dieter SĂŒverkrĂŒp singen Lieder und Songs in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin am 25. Februar 1962, wurde wahrscheinlich kurz vorher abgesagt.
cite-note-1111. ↑ Torsten Harmsen: Ein Waisenkind der Weisheit. In: Berliner Zeitung, 8. November 2008.
cite-note-1212. ↑ Wolf Biermann erhĂ€lt den Ehrendoktor der Humboldt-UniversitĂ€t – und endlich auch sein Diplom. In: Berliner Zeitung, 8. November 2008. Die Urkunde erhielt er erst nachtrĂ€glich im November 2008, als ihm die Humboldt-UniversitĂ€t Berlin die EhrendoktorwĂŒrde verlieh. Sein weiteres Fach Mathematik schloss er angeblich mit einem Staatsexamen ab (?), nach Wolf Biermann im Interview mit Lothar Schröder: Die GlĂŒckskinder der Weltgeschichte. In: Rheinische Post online, 29. Mai 2017.
cite-note-spon-447688-1313. ↑ Wolf Biermann: „Das Schlimmste war die EntmĂŒndigung“. In: Spiegel Online. 13. November 2006, abgerufen am 20. Januar 2015. In den Unterlagen des MfS behaupteten SED-Verantwortliche unter anderem als BegrĂŒndung, er mĂŒsse regelmĂ€ĂŸiger Konsument aufputschender Drogen sein und könne deswegen nicht aufgenommen werden. Siehe Wolf Biermann, Eva-Maria Hagen, Nina Hagen, Oliver Schwarzkopf (Hrsg.): AusgebĂŒrgert. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1996, ISBN 3-89602-060-9, S. 82.
cite-note-1414. ↑ Wolf Biermann (Ost) zu Gast bei Wolfgang Neuss (West), 1964.
cite-note-1515. ↑ Neuss Deutschland – Organ des Zentralkomiker-Teams der Satirischen Einheitspartei Deutschlands abgerufen am 1. September 2024.
cite-note-1616. ↑ Wolf Biermann – Deutschland ein WintermĂ€rchen 1965 Quelle: Youtube, abgerufen am 29. August 2024.
cite-note-1717. ↑ Ed Stuhler: Margot Honecker. Biographie, 2001; auch Wolf Biermann: Warte nicht auf bessre Zeiten, Autobiographie, 2016; auch Wolf, du fĂ€hrst im Stasi-Stil, Interview mit Wolf Biermann, in Welt am 11. November 2001 („Meine Oma Meume hat Margot Honecker in der Nazizeit geholfen.“).
cite-note-1818. ↑ Reinhold Andert: Nach dem Sturz. GesprĂ€che mit Erich Honecker. Faber & Faber, Leipzig 2001; (auch in Die Margot und der „kleine Bruder“ Wolf, in nd, 18. August 2001); behauptete nach GesprĂ€chen mit Margot Honecker 1990, sie sei in der Familie von Wolf Biermanns Mutter Emma und ihm aufgewachsen.
cite-note-1919. ↑ Ed Stuhler: Margot Honecker. Biographie. 2003; da beide Familien im gleichen Haus wohnten.
cite-note-2020. ↑ Wolf Biermann: Warte nicht auf bessre Zeiten! Die Autobiographie. Ullstein, Berlin 2017, S. 131.
cite-note-2121. ↑ Wolf Biermann: Warte nicht auf bessre Zeiten! Die Autobiographie. Ullstein, Berlin 2017, S. 131–133.
cite-note-2222. ↑ Ed Stuhler: Biographie, 2007, S. 34–41; und Feature.
cite-note-2323. ↑ Christine Knobloch, Hermann Korte: Wolf Biermann. Das lyrische Werk. In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kindlers Literatur Lexikon. Band 1. J. B. Metzler, September 2009, S. 564.
cite-note-2424. ↑ Christine Knobloch, Hermann Korte: Wolf Biermann. Das lyrische Werk. In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kindlers Literatur Lexikon. Band 1. J. B. Metzler, September 2009, S. 564.
cite-note-2525. ↑ Siehe Wolf Biermann: Warte nicht auf bessre Zeiten! Die Autobiographie. Ullstein, Berlin 2017, S. 166.
cite-note-2626. ↑ Christine Knobloch, Hermann Korte: Wolf Biermann. Das lyrische Werk. In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kindlers Literatur Lexikon. Band 1. J. B. Metzler, September 2009, S. 564.
cite-note-2727. ↑ Franz Hohler: Biermann, Wolf. In: Thomas Kraft (Hrsg.): Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Nymphenburger, MĂŒnchen 2003, S. 128.
cite-note-2828. ↑ Christine Knobloch: Wolf Biermann. Das lyrische Werk. In: Walter Jens (Hrsg.): Kindlers Neues Literatur Lexikon. Band 2, MĂŒnchen 1989, S. 672.
cite-note-2929. ↑ Marcel Reich-Ranicki, Der Dichter ist kein Zuckersack. In: Die Zeit.
cite-note-3030. ↑ Wolf Biermann: Warte nicht auf bessre Zeiten! Die Autobiographie. Ullstein, Berlin 2017, S. 172, 173.
cite-note-3131. ↑ Dirk von Nayhauss: Heimatkunde. (Memento vom 12. Dezember 2010 im Internet Archive) In: Cicero, November 2006.
cite-note-wolf-biermann-2016-3232. ↑ Wolf Biermann: Mein Leben ist ein Schelmenroman. Interview von Sven Michaelsen, in: SĂŒddeutsche Zeitung Magazin, 7. Oktober 2016, S. 17. Biermann berichtete, dass in Hamburg Kader der illegalen KPD auf seine Mutter in Hamburg Druck ausgeĂŒbt hĂ€tten, dass sie sich von ihrem Sohn distanziere, was sie aber nicht tat.
cite-note-3333. ↑ Dieter E. Zimmer: Wolf Biermann wird nicht vergessen, in Die Zeit, 23/1967, vom 7. Juni 1967, S. 17–18 (PDF); mit einigen Angaben ĂŒber die AktivitĂ€ten gegen Wolf Biermann in den letzten Jahren, darunter das Nichterscheinen einer Schallplatte, weil ein Lied von ihm darauf war usw.
cite-note-3434. ↑ Wolf Biermann in Weimar, in ThĂŒringische landeszeitung vom 25. April 2012 (Textanfang).
cite-note-3535. ↑ Christine Knobloch, Hermann Korte: Wolf Biermann. Das lyrische Werk. In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kindlers Literatur Lexikon. Band 1. J. B. Metzler, September 2009, S. 564.
cite-note-3636. ↑ Christine Knobloch, Hermann Korte: Wolf Biermann. Das lyrische Werk. In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kindlers Literatur Lexikon. Band 1. J. B. Metzler, September 2009, S. 564.
cite-note-3737. ↑ Wolf Biermann: Chausseestraße 131, 1968. Booklet zur CD-Wiederveröffentlichung 1996.
cite-note-3838. ↑ Zitat bei Willi Winkler: Biermann im Bundestag: Drachentöter von Lammerts Gnaden. In: sueddeutsche.de. 7. November 2014, abgerufen am 20. Januar 2015. Eine Frage an Wolf Biermann. (Memento vom 22. Oktober 2009 im Internet Archive) Interview zur Überweisung des Preisgeldes an Horst Mahler.
cite-note-3939. ↑ Franz Hohler: Biermann, Wolf. In: Thomas Kraft (Hrsg.): Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Nymphenburger, MĂŒnchen 2003, S. 128.
cite-note-4040. ↑ MfS-Akte Eva-Maria Hagen, „Information ĂŒber die Absicht des 'freischaffenden Schriftstellers' Wolf Biermann, einen Antrag auf eine Reise nach Schweden zu stellen“ vom 12. November 71, mit handschriftlichem Vermerk „Man soll ihm die Reise genehmigen, Mielke“ (aus den Stasi-Akten von Eva-Maria Hagen, die mitfahren wollte); auch Vermerk ĂŒber einen Reiseantrag Wolf Biermanns Stasi-Mediathek, auch Transkript (links oben), vom 15. November 1971 nach Information von Kulturminister Klaus Gysi an das MfS, der fĂŒr eine Ablehnung des Reiseantrags plĂ€dierte (der von der vorherigen Mielke-Entscheidung nichts wusste).
cite-note-4141. ↑ Berufsverbote auch in der DDR, in Spiegel 16/1974, vom 14. April 1974 (Text).
cite-note-4242. ↑ Objektverzeichnis zur Ausstellung im Deutschen Historischen Museum 2023, mit Foto im CBS-Tonstudio in Frankfurt am Main 1973.
cite-note-4343. ↑ Fritz Pleitgen: 25 Jahre AusbĂŒrgerung Wolf Biermann. In: Fritz Pleitgen (Hrsg.): Die AusbĂŒrgerung. Anfang vom Ende der DDR. Wolf Biermann und andere Autoren. Ullstein, Berlin 2006, S. 15.
cite-note-4444. ↑ Objektverzeichnis zur Ausstellung im Deutschen Historischen Museum 2023, EintrĂ€ge 0580–0582 (zu MfS-Dokumenten).
cite-note-4545. ↑ Marianne Birthler: Biermann in Prenzlau. In: Fritz Pleitgen (Hrsg.): Die AusbĂŒrgerung, 2001, S. 190–203; mit detailliertem Erlebnisbericht.
cite-note-4646. ↑ Auftritt Wolf Biermann in der Nikolaikirche Prenzlau DDR im Blick, MfS-Unterlagen; Joachim Riedl: „Ich bin Soldat im Freiheitskriege“. In: Die Zeit, Nr. 39/2009, erwĂ€hnt kurz den Auftritt.
cite-note-4747. ↑ Abgehörtes Interview von Wolf Biermann mit dem NDR Stasi-Mediathek, auch Transkript (oben links), HA XX/7, Gen. Lohr, 21. September 1976; Mitschrift eines Interviews von Wolf Biermann mit dem NDR vom 20. September, zu dem Auftritt in Prenzlau.
cite-note-4848. ↑ Roland Berbig (Hrsg.): In Sachen Biermann: Protokolle, Berichte und Briefe zu den Folgen einer AusbĂŒrgerung. Links, Berlin 1994, ISBN 3-86153-070-8, S. 60–63, dort auch S. 62 zur PolitbĂŒrositzung vom 16. November (siehe unten).
cite-note-4949. ↑ ADN: Pressemeldung (Memento vom 11. Januar 2009 im Internet Archive), 16. November 1976.
cite-note-5050. ↑ Dazu: Fritz Pleitgen: 25 Jahre AusbĂŒrgerung Wolf Biermann. In: Fritz Pleitgen (Hrsg.): Die AusbĂŒrgerung. Anfang vom Ende der DDR. Wolf Biermann und andere Autoren. Ullstein, Berlin 2006, ISBN 3-89834-044-9.
cite-note-5151. ↑ Jochen Hieber: Wolf Biermann wird 70: Der Poet, der den Staat stĂŒrzte. In: FAZ.NET. 15. November 2006, abgerufen am 16. November 2023.
cite-note-5252. ↑ Maxim Leo: Nicht als VerrĂ€ter sterben, in Frankfurter Rundschau vom 27. Januar 2019.
cite-note-5353. ↑ Hubertus Knabe: Der Fall Diether Dehm. In: Civis mit Sonde. Jahrgang 53, Heft 3–4, 2007, S. 12–17 (PDF).
cite-note-5454. ↑ Treu und einsatzbereit. In: Der Spiegel. Nr. 18, 1996 (online). , mit einigen Angaben.
cite-note-spiegel-1996-18-ehrenwerter-5555. ↑ Ein ehrenwerter Mann. In: Der Spiegel. Nr. 18, 1996 (online).
cite-note-focus-161131-5656. ↑ PA_FOC: Periskop: Spitzel-Pech. In: Focus Online. 5. August 1996, abgerufen am 14. Oktober 2018.
cite-note-5757. ↑ Diether Dehm, Wiedergefunden: Moneta an Biermann, in Ossietzky, 6/2018 diether-dehm.de, schreibt von zehn Jahren ManagertĂ€tigkeit.
cite-note-5858. ↑ Kommunisten. Oliven im Sinn. In: Der Spiegel. Nr. 25, 1977 (online).
cite-note-5959. ↑ 18.00–18.30: Wolf Biermann: Das ist die feinste Liebeskunst. In: Zeit Online. 6. Oktober 2004, abgerufen am 9. November 2016.
cite-note-6060. ↑ BĂ€rbel Bohley lĂ€dt Wolf Biermann ein Deutschlandfunk, Oktober 1989; Wolf Biermanns Mauerfall, Deutschlandfunk.
cite-note-6161. ↑ Holger Kulick: Biermann contra Anderson. ZDF-Sendereihe Kennzeichen D, 23. Oktober 1991; Mediathek der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, abgerufen am 5. August 2020; in der Dankesrede zum Georg-BĂŒchner-Preis 1991.
cite-note-6262. ↑ Wolf Biermann: Warte nicht auf bessre Zeiten! Die Autobiographie. PropylĂ€en Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-549-07473-2, PT206 und PT479 books.google. Im Interview mit Wolfgang Paterno (profil.at vom 14. Oktober 2016) sagte Biermann zum Umfang seiner MfS-Akte und zur Zahl der Spitzel: „als Staatsfeind Nr. 1 tauchen Berichte ĂŒber mich natĂŒrlich auch in unzĂ€hligen Akten anderer Personen auf. Streng genommen aber sind es wohl 30.000 Seiten, die sich in meinem „ZOV Lyriker“ ansammelten. [
] 213 mich betreuende Spitzel wurden mal gezĂ€hlt – aber das ist eine irrefĂŒhrende Zahl, denn darunter waren auch viele, die mich nur ein oder zwei Mal getroffen haben. Diejenigen, die sich intensiv und stĂ€ndig um mich kĂŒmmerten, waren ein gutes Dutzend.“
cite-note-6363. ↑ Tiefer als unter die Haut. In: Der Spiegel. Nr. 5, 1992 (online).
cite-note-6464. ↑ In die Fresse. In: Die Zeit, Nr. 13/2005.
cite-note-6565. ↑ Zitiert nach: Franz Hohler: Biermann, Wolf. In: Thomas Kraft (Hrsg.): Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Nymphenburger, MĂŒnchen 2003, S. 128.
cite-note-6666. ↑ Wolf Biermann: Warte nicht auf bessre Zeiten! Die Autobiographie. Ullstein, Berlin 2017, S. 524–526.
cite-note-6767. ↑ Freundschaft mit dem Klassenfeind. Der Liedermacher Wolf Biermann ĂŒber sein Gastspiel bei der CSU-Klausur in Wildbad Kreuth. In: Der Spiegel. Nr. 3, 1998 (online).
cite-note-6868. ↑ Friedrich Schorlemmer: Wolf Biermann ist ein Wendehals. In: der Freitag, 13. November 2014; freitag.de.
cite-note-6969. ↑ Wolf Biermann im GesprĂ€ch mit Stefan Koldehoff: Der Liedermacher ĂŒber den Altkanzler und die Wiedervereinigung. Deutschlandfunk, 26. September 2012; deutschlandfunk.de.
cite-note-7070. ↑ „Meine Kanzlerin“: Biermann will fĂŒr „plietsche“ Merkel CDU wĂ€hlen. Welt Online, 4. September 2013.
cite-note-israel-7171. ↑ Wolf Biermann: Nahost: Deutschland verrĂ€t Israel. In: zeit.de. 26. Oktober 2006, abgerufen am 9. Oktober 2016.
cite-note-7272. ↑ Wolf Biermann: Der Kosovo-Krieg und die Intellektuellen. Interview im Deutschlandfunk, 15. April 1999.
cite-note-7373. ↑ Sonja Zekri: "Ich bin fĂŒr diesen Krieg". SĂŒddeutsche Zeitung, 19. Oktober 2010, abgerufen am 9. April 2021.
cite-note-7474. ↑ Biermann verlĂ€ĂŸt Kiepenheuer & Witsch Die Welt 2. April 2006.
cite-note-7575. ↑ Michael Ernst: Wolf Biermann und die Viererbande vom Zentralquartett – ein Liedermacher mitten im Jazz. neue musikzeitung, 4. November 2014.
cite-note-7676. ↑ Eva Maria Braungart: Wolf Biermann lobt Robert Habeck: Will immer noch lernen, „sowas gefĂ€llt mir“, berliner-zeitung.de vom 14. Februar 2025, abgerufen am 2. MĂ€rz 2025.
cite-note-7777. ↑ Der Songtext zu Biermanns „Ermutigung“. In: Spiegel Online. 7. November 2014, abgerufen am 10. November 2014.
cite-note-7878. ↑ Eklat im Bundestag – Biermann nennt Linke „Drachenbrut“. In: Spiegel Online. 7. November 2014, abgerufen am 10. November 2014.
cite-note-7979. ↑ Willi Winkler: Biermann im Bundestag: Drachentöter von Lammerts Gnaden. In: sueddeutsche.de. 7. November 2014, abgerufen am 23. April 2023.
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cite-note-8181. ↑ Christian Schubert: Wolf Biermann in Rom: „Ich kann kein Pazifist sein, das wĂ€re eine lĂ€cherliche Pose.“ In: FAZ.net vom 5. Mai 2022, abgerufen am 30. Oktober 2022.
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